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Wann werde ich ich sein oder bin ich es schon?

Theo Bleckmann, ein wundervoller Komponist und Sänger hat für sein Stück “Static Still” folgenden Text geschrieben: „When will I be me or am I me already? Am I all I can be and just don’t see. Longing to be free of me, ready to be!”


Fragen wie: “Wer bin ich?”, “Was will ich?”, “Wo stehe ich?”, “Was müsste sich für mein Glück verändern?”, lassen uns oft mit den Schultern zucken, da uns im Alltag einfach der Kopf dafür fehlt. Dabei wäre diese ganze Lebensreise sinnlos, würden wir uns diese Fragen nicht ab und an und in voller Tiefe stellen. Es gibt eine schon oft zitierte Strategie nach dem Coaching Vater Timothy Gallwey um Zugang zu den Antworten oben genannter Fragen zu bekommen: eine Inventur. In vielen Coaching Büchern taucht diese auch mit dem Titel “Sei dein eigener CEO” auf.


Deine persönliche Inventur

Stell dir vor, du wirst über Nacht CEO einer Firma von der du nichts weißt. Was würdest du zuerst tun? Mit großer Wahrscheinlichkeit würdest du versuchen, so viel wie möglich über deine Firma heraus zu finden. Was produziert diese Firma? Wie lautet der Leitsatz? Wie viele Personen arbeiten dort? Welche Ausstattung hat die Firma? Was funktioniert oder was könnte besser laufen? Ausserdem: Wie viele Anteile sind verkauft und wie viele gehören noch zur Firma selbst? Welche könnte man sich zurück kaufen und von welchen anderen Unternehmen hat das Unternehmen Anteile? Fragen, die bei jeder Übernahme einer Antwort bedürfen und selbiges gilt für unsere innere Firma.


Was würdest du also tun, wenn du dieses Unternehmen wärst? Mit welcher Ausstattung kamst du auf die Welt und welche Qualitäten hast du dir im Laufe deines Lebens angeeignet? Wir spechen hier von deinen Talenten und Ressourcen, die du entweder als Grundausstattung mitbekommen hast, wie zum Beispiel dein Körper, dein Gehirn, deine Sprache, deine Intuition etc oder Anteile, die zu deiner ganz individuellen Persönlichkeit gehören, wie Motivation, Pünktlichkeit, Organisation etc. Dazu kommen noch Attribute hinzu, die du durch deine Sozialisierung mitbekommen hast. Dies können Glaubenssätze und/oder ein gewisses Verständnis für gesellschaftliche Etikette sein.


Wenn wir von Anteilen sprechen, sprechen wir in diesem Fall von deinen Lebensumständen - beruflich wie privat - und wie viel Spielraum und Freiräume du zu deiner individuellen Entfaltung überhaupt zur Verfügung hast. Die Anteile, die du verkauft hast, stehen nicht in deinem direkten Einfluß und sind mit Verantwortung und Verpflichtung verbunden, was positiv und willentlich, aber auch negativ sein kann. Als Beispiel: Dein Partner hat gewisse Anteile von dir gekauft und du hast gewisse Anteile von ihm. Dies ist ein Austausch, ein Deal, den ihr mit Freude eingegangen seid. Das Unternehmen für das du arbeitest, hat ebenfalls Anteile von dir, vielleicht sogar inklusive unerwünschter Überstunden unter denen du schon lange leidest. Es ist also nur fair über die Möglichkeit nachzudenken, ob denn ein “Rückkauf” gewisser Anteile sinnvoll wäre um dir mehr Bewegungsraum zu schaffen.


So wie sich unsere Werte und Bedürfnisse in stetiger Veränderung befinden, so steht auch der Begriff Authentizität in regem Wandel und bedarf regelmäßiger Adjustierung und ist keinesfalls statisch. Deine persönliche Inventur schafft aber Bewusstsein und hoffentlich Freude an Veränderung, denn „Ein unbewusst gelebtes Leben ist nicht wert gelebt zu werden.” (Sokrates).

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